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Hintergrundwissen

Geschichte und Wirkung der Thai-Massage

Was assoziieren die meisten Menschen mit Thailand? In der Regel dürften dies vor allem drei Dinge sein: Urlaub in einem exotischen Land, scharfes Essen im Restaurant und nicht zuletzt: Thai-Massage. Tatsächlich erfreuen sich Thai-Massage-Salons hierzulande großer Beliebtheit und dürften mittlerweile jede auch noch so kleine Stadt bereichern. Begonnen hatte alles natürlich im Kleinen und – wie könnte es anders sein – mit Buddha.

Der Ursprung der Thai-Massage liegt überraschenderweise gar nicht in Thailand selbst, sondern in Indien. Im Reich namens Magadha praktizierte im 5. Jahrhundert v. Chr. Jivakar Kumar Bhaccha als Leibarzt des Königs Bimbisara. Der Arzt stand damals in Verbindung zu Buddha und seinen Mönchen und behandelte diese sogar wiederholt. Bhaccha gilt heute als Erfinder der Thai-Massage und wird in Thailand sogar als “Vater der Medizin” verehrt.

Wat PhoDie Technik der Thai-Massage wurde damals wahrscheinlich von Mönchen nach Südostasien und damit auch ins heutige Thailand weiter verbreitet, wo sie heute unter dem Namen “Nuad Phaen Boran” (นวดแผนโบราณ) bekannt ist. In Indien selbst hat sich diese Massageform übrigens nicht durchgesetzt; dort etablierte sich vielmehr die aryurvedische Massage.

Typisch für die Traditionelle Thailändische Massage ist der Einsatz von Muskeldehnung und Druckmassage, für welche fast der gesamte Körper des Masseurs eingesetzt werden kann. Mit Hilfe von Daumen, Knien, Füßen und Ellenbogen werden Druckpunkte massiert; diese wiederum wirken auf die zehn Energielinien des menschlichen Körpers, auf denen die Thai-Massage basiert. Positive Wirkungen werden der Thai-Massage zahlreich zugeschrieben, u.a. soll sie helfen bei Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Ohrensausen und sogar Schlafstörungen. Eine komplette Massage dauert übrigens in etwa zwei Stunden und hat damit selbstverständlich eher wenig mit den kurzen Teilmassagen am Straßenrand in Thailand gemein.

Die Ausbildung zum Masseur für Thai-Massage ist nicht einheitlich geregelt. Es gibt zahlreiche Institutionen, die entsprechende Kurse anbieten – auch in Deutschland. Größter Bekanntheit allerdings erfreut sich die Medizinische Schule des “Wat Pho” in Thailand. Das Wat Pho ist ein Tempel in Bangkok, welcher seinerzeit (im 19. Jahrhundert) die erste offene Universität Thailands war und in welchem sich noch heute alte Überlieferungen der Massagetechniken bewundern lassen. Massage-Kurse dieser traditionsreichen Schule werden mittlerweile allerdings nicht nur in Bangkok selbst angeboten, sondern auch in Salaya, Chaeng Watthana und Chiang Mai. Kurse können unterschiedliche Schwerpunkte haben und bis zu fünf Wochen dauern.

Übrigens ist der Großteil der Masseure zwar weiblich; jedoch ist die Thai-Massage traditionell auch ein verbreitetes Tätigkeitsfeld für Blinde, und zwar zum Großteil für blinde Männer.

ThaimassageIn Thailand hat die Thai-Massage einen noch ganz anderen Status als hier in Deutschland. Dort wird sie – oder zumindest Formen davon – viel selbstverständlicher angewendet und findet sich überall im Alltag wieder: In der Familie, unter Kollegen, im WC von Nachtclubs, am Straßenrand, am Strand und in Krankenhäusern. Der zwielichtige Ruf der Thai-Massage kommt übrigens nicht ausschließlich daher, dass sich hierzulande Etablissements auf die speziellen Wünsche von einigen Männern eingestellt haben. Tatsächlich haben Massagesalons mit “Sonderservice” auch in Thailand und unter Einheimischen eine gewisse Tradition.

In Deutschland wird Thai-Massage zwar bereits seit längerer Zeit angeboten (vereinzelt gab es entsprechende Angebote bereits in den 1970er Jahren) aber seit den 1990er Jahren boomt das Geschäft mit der Massage hierzulande regelrecht. Etwa 100 Thai-Massagen in Berlin sind bspw. auf Little-Thailand.de verzeichnet, bundesweit dürfte es geschätzt um die 1.000 Studios geben. Angeboten werden in der Regel neben der Traditionellen Thailändischen Massage für den gesamten Körper auch Teilmassagen für Nacken, Fuß- und Handreflexzonen sowie Gesicht und Kopf. Krankenkassen bezuschussen Thai-Massage-Behandlungen übrigens in der Regel nicht; Nachfragen lohnt sich aber dennoch!

Wenn Sie jetzt Lust auf eine Massage bekommen haben, dann schauen Sie doch einfach in unserem Verzeichnis nach – bestimmt findet sich ein Studio auch in Ihrer Nähe!

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Bildnachweis: Flickr.com / caspermoller , Tara Angkor Hotel

(Veröffentlicht am 30.12.2011)

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